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Farbenblindheit und Rot-Grün-Schwäche

Echte Verwechslungsgefahr

Verständlich erklärt: Farbenblindheit und Rot-Grün-Schwäche

Für Niklas ist der Kunstunterricht eine echte Qual. Da soll er einen Baum mit verschiedenen grünen Blättern zeichnen — doch die Grüntöne sehen für den 7-Jährigen alle gleich aus. Der Grundschüler leidet unter Grünschwäche, der häufigsten Art der Rot-Grün-Schwäche. Doch Vorsicht! So wie Erkrankte ähnliche Farbtöne miteinander verwechseln, werfen viele Medizin-Laien gerne Rot-Grün-Schwäche und Farbenblindheit in einen Topf. Dabei sind die beiden Augenerkrankungen in Verlauf und Auswirkung völlig verschieden.

Die Rot-Grün-Schwäche ist eine recht harmlose Sehschwäche — und erscheint den meisten Betroffenen als wenig hinderlich. Von der geringeren Unterscheidungsfähigkeit für Rottöne und Grüntöne abgesehen entwickeln die Farbfehlsichtigen den gleichen Eindruck von Farben wie ihre normalsichtigen Mitmenschen. Einziger Nachteil: Berufe wie Pilot, Polizist oder Berufskraftfahrer bleiben den Rot-Grün-Blinden aus Sicherheitsgründen verwehrt.

Denkbar härter ist das Los "echter" Farbenblinder. Durch eine Funktionsstörung in der Netzhaut können sie keinerlei Farben wahrnehmen. Funktionstüchtig sind nur die Bereiche der Retina, die beim Sehen in der Dämmerung benötigt werden — und das sorgt gleich noch für ein weiteres Problem. Weil die Augen Farbenblinder quasi ständig auf den Dämmerungs-Zustand angepasst sind, sind die meisten Erkrankten stark lichtempfindlich. Heilbar ist die Farbenblindheit übrigens bis heute nicht. Grundschüler Niklas jedoch kann optimistisch in die Zukunft blicken. Häufig vermindert sich die recht harmlose Rot-Grün-Schwäche mit der Zeit.



Verständlich erklärt: Farbenblindheit und Rot-Grün-Schwäche - wenn Farben falsch gesehen werden
Version: 22.07.2015 - 16:55 · 47.633 PageViews