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Der Mangel an Sauerstoff im Auge

Was bewirkt Sauerstoffmangel am Auge?

Alle Vorgänge im menschlichen Auge werden durch den Sauerstoff angetrieben. Er ist sozusagen der Treibstoff des Biosystems. Zuständig für die kontinuierliche Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sind die roten Blutkörperchen, genauer gesagt, der Blutfarbstoff Hämoglobin. Sauerstoff wird also über die Blutgefäße durch den Körper transportiert. Die Hornhaut des Auges hat jedoch keine Blutgefäße. Diese würden eine Störung im Auge verursachen. Den eigenen Bedarf an Sauerstoff muss die Hornhaut damit über den Tränenfilm decken. Dieser Mechanismus darf beim Tragen von Kontaktlinsen nicht eingeschränkt sein. Bei modernen Kontaktlinsen wird der Sauerstoff im Auge durch die Linse auf zwei Wegen möglich. Ein großer Anstand zwischen den einzelnen Molekülen der Kontaktlinsen ermöglicht, das Sauerstoff hindurch dringen kann. Auch werden den neuartigen Kontaktlinsen Substanzen beigemischt, die den Sauerstoff durch die Linse transportieren können.

Auch die korrekte Anpassung der Kontaktlinse an das individuelle Auge garantiert darüber hinaus eine ausreichende Beweglichkeit der Linse im Auge. So kann der Tränenfilm die Kontaktlinse ausreichend unterspülen und versorgen. Auch Hygiene und Reinigung der Kontaktlinse sind wichtig. Der Sauerstofftransport kann durch ein schmutzige Linse behindert werden. Dies tritt auch ein, wenn die Kontaktlinse zu lange getragen wird. Der eigentliche Transport im Auge wird über einen erst kürzlich entdeckten, dem Hämoglobin verwandten Stoff, gewährleistet. In der Netzhaut im Auge ist dieser Stoff in sehr hoher Konzentration vertreten. Das Neuroglobin, so die Bezeichnung des Stoffes, ist in Schichten mit größtem Energiebedarf angesiedelt. Diese Schichten sind die Sehzellen und deren Wege des Abtransports, die Neuronen.

Das Auge und der Sauerstoffmangel

Erleidet das Auge einen Sauerstoffmangel, so reagiert der Körper, indem er die Gefäße in die Hornhaut des Auges einwachsen lässt, um so einen Transport von Sauerstoff zu ermöglichen. Dieser Vorgang wird leider, weil er nicht schmerzt, vom Träger der Kontaktlinse erst bemerkt, wenn eine spürbare Sichtbeeinträchtigung vorgefallen ist. Nachlassende Sehschärfe und ein abschnittsweise verschwommenes Sichtfeld können Indizien für den Mangel an Sauerstoff sein. Auch Kopfschmerzen oder die Einschränkung des Gesichtsfeldes und ein Flimmern vor dem Auge sind ausgeprägte Hinweise auf eine mangelhafte Versorgung mit Sauerstoff.

Starker Leistungsabfall und Schwindel, sowie ein geistiges Erschöpfungsgefühl verstärken das Profil eines Mangels an Sauerstoff im Auge. Bei einem beginnenden Sauerstoffmangel kann es auch verstärkt zu Wetterfühligkeit oder Einschlafstörungen kommen. Ursachen für den Sauerstoffmangel im Auge können neben schlecht sitzenden Kontaktlinsen auch Flüssigkeiten und Schlacken sein, die sich in den feinsten Gefäßen, den Kapillaren der Netzhaut, ansammeln. Die Wände der Gefäße verengen sich und die Versorgung der einzelnen Zellen ist nicht mehr möglich. Als Folge kommt es zu Störungen der Durchblutung der Netzhaut und zu Sehschärfenminderungen. Im schlimmsten Fall kann Netzhautgewebe absterben. Die meisten Netzhauterkrankungen lassen sich auf den Mangel an Sauerstoff im Auge zurückführen. Leider kann man den Sauerstoffzufuhr medikamentös nicht beeinflussen. Neuste Forschungen empfehlen bei chronischem Sauerstoffmangel im Auge, eine so genannte Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie. Damit kann die Durchblutung der Netzhaut und die Versorgung mit Sauerstoff wieder gewährleistet werden. Bereits abgestorbenes Gewebe kann man somit zwar nicht wiederbeleben mit dieser neuartigen Technologie, doch unterversorgte Bereiche werden wiederbelebt und funktionstüchtiger. In vielen Fällen kam es durch die angesprochenen Therapie sogar zu einer beachtlichen Verbesserung der Sehschärfe. Auch die Fließeigenschaften des Blutes werden verbessert durch die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie.



Sauerstoff ist ein essentiell wichtiger Stoff. Auch im Auge kann ein Mangel an Sauerstoff zu gravierenden Schäden führen. Besonders betroffen sind Träger von Kontaktlinsen.
Version: 22.07.2015 - 17:12 · 20.155 PageViews